Grafik: L. Leuenberger

Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.     
Mt. 25,40

Dieses Wort aus den Endzeitreden Jesu ist oft als Plädoyer für selbstverständliches und selbstloses diakonisches Handeln eines Christen verstanden und ausgelegt worden. Und davon ist hier ja auch in der Tat die Rede. Die Hungrigen speisen, die Durstigen tränken, die Fremden aufnehmen, die Nackten bekleiden, die Kranken und Gefangenen besuchen – das sind bis heute die Kernaufgaben praktischer christlicher Nächstenliebe. Und es ist gut, dass es die vielen und unterschiedlichen Arbeitszweige christlich-diakonischer Bewegungen und Werke gibt. Sie bezeugen durch ihr Tun die voraussetzungslose und jedem Menschen gleichermaßen geltende Liebe Gottes, die er durch unser Handeln unsern Nächsten zukommen lassen möchte. Jesus macht hier ganz klar, dass es weder ein bloß verbales, noch ein bloß formales Christsein gibt. Fromm reden kann jeder, der es lernen will, und die entsprechenden Formen des Umgangs, der Kleidung und der sonstigen Lebensführung kann man sich auch problemlos aneignen, ohne mit dem Herzen dabei zu sein. Aber – Gott geht es nicht in erster Linie um das, was wir sagen oder tun, nicht in erster Linie um das laute Bekenntnis unserer Lippen, sondern um das leise Bekenntnis unseres Herzens – in der Tat! Es geht ihm um nichts weniger als um unser Herz. Insofern ist unser diakonisches Tun unabdingbar, aber auch nichts anderes als „Glauben mit Herz“.

Wer sind nun aber diese „geringsten Brüder“, von denen hier die Rede ist? Das hat Jesus ja im Gleichnis vom barmherzigen Samariter klar gemacht: Es ist der Nächste, der meine Hilfe, mein Verständnis, meine Geduld, mein Mittragen und Mitleiden, mein Ohr oder auch meine Frustrationstoleranz braucht. Es ist der Nächste, dem wir sein und geben sollen, was ihm fehlt!  

„Denn wir sind SEIN Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen!“
Epheser 2,10

Bernhard Heyl