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„Bete und arbeite“ - auch wenn dieser Ausspruch Benedikt von Nursia zugeschrieben wird, ist nicht sicher, ob er dies jemals so gesagt hat. Trotzdem  waren diese Worte Inhalt seines Denkens und Lebens. Nicht als Alternative, sondern in Balance gedacht. Beides gehört zusammen. Beides macht Leben und Glauben aus. Nur so kann Wesentliches bewegt werden. Verantwortliches Handeln ist immer ein Handeln aus der Stille heraus – aus dem Hören. Nur wer hören kann, auf Gott, auf Menschen, auf Brüder und Schwestern, wird nicht an ihnen vorbei handeln.

Beten als Handeln aus dem Hören zu begreifen, könnte dazu führen, dass wir betend arbeiten und arbeitend beten.
Aber noch ein anderes Spannungsfeld wird offensichtlich: In welchem Verhältnis stehen „göttliche Führung“ und „wirtschaftliches Handeln“? Auch dabei gilt: In gesunder Balance entfaltet beides gemeinsam ein gutes Ganzes. In 1. Korinther 4,1ff führt Paulus genau diese beiden Pole aus: „Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.“
Haushalter sind nicht nur Verwalter, sondern immer auch Unternehmer (die etwas „unternehmen“). Sie stehen in Verantwortung vor Gott. Sie setzen Gaben und Ressourcen ein und investieren sie, damit die Sache Gottes vorwärts kommt. Dabei geht es um den Auftrag Jesu an seine Gemeinde und nicht vorrangig um Gewinnmaximierung und Effizienz. Denn das ist und bleibt das Ziel: In allem und mit allem soll Gott verherrlicht werden und Menschen sollen durch unser „Unternehmen“ Gottes Freundlichkeit und Güte erfahren.
Dazu gibt Gott Gaben und Ressourcen.  Mit ihnen können Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Menschen Frieden mit Gott erfahren. Unser anvertrautes Geld muss so eingesetzt werden, dass Menschen lebenswert leben, wirken, wohnen und sterben können. Professioneller Umgang mit Geld, Immobilien, Wirtschaftsplänen und neuen Projekten ist deshalb für uns immer auch „ein geistlich Ding“. Was wir tun und lassen, muss Christus dienen und Menschen zum Segen werden. Damit die Prioritäten recht gesetzt werden, ist das Hören auf Gott Grundlage unseres Handelns. Und deshalb gilt’s: „Ora et labora!“

Friedhelm Geiß, Inspektor des Gemeinschaftswerkes Berlin-Brandenburg