Meine erste kunsttherapeutische Begegnung fand 2010 in einer Klinik statt.
Durch die erste Stunde, an der ich dort teilgenommen habe, wurde ich sehr berührt und erlebte das Wirken des Heiligen Geistes in mir. Durch die inneren Prozesse, die mich während des Malens begleiteten, sprach Jesus zu meinem Herzen und löste einen Schmerz in mir auf.

Ich kam verändert nach Hause.
Das hat mir einen neuen Weg eröffnet zu dem Reden Jesu und zu mir selber. Es bot sich mir eine völlig neue Möglichkeit, mich mit meinem Inneren auseinander zu setzen, wo mir die Worte so oft fehlten. Das hat mich begeistert und gepackt. Ich habe wieder gemalt, gemalt wie früher als Kind.

Ich begann, meine Gebetszeit malend zu verbringen. Inzwischen habe ich ein Blankobuch, in dem ich für Personen bete und gleichzeitig dabei male. Es entstehen Motive, Symbole, Impulse oder Farben und diese wiederum inspirieren mich, dieses für diese Person zu beten. Wenn ich das Bild dann entsprechend verschenke, erreicht es das Herz und macht Mut und dankbar.

Inzwischen habe ich eine Weiterbildung zur Kunsttherapeutin beendet und mache mich auf den Weg, Menschen mit dieser Möglichkeit in ihrem Leben zu unterstützen, Prozesse zu begleiten, ihnen das Wort Gottes näher zu bringen und erlebbar zu machen.

In der Therapie mit Kunst ist alles möglich. Sie öffnet neue Wege aus einer zu eng oder blockiert erlebten Welt, einer sprachlosen Welt und vieles mehr.
Durch die Möglichkeit des Malens, der Gestaltung oder Kreativität wird die eigene Wirksamkeit und Wirkungsmöglichkeit ermutigend erlebt, sie schafft Hoffnung, Perspektive und Lebenskraft, findet Worte und kann in den Alltag integriert werden.

Kreativität bedeutet, aus vorhandenen Materialien etwas zu gestalten. Darin ist der Prozess enthalten, Altes, Bestehendes, Bekanntes, Vertrautes zu verlassen und Neues zu wagen, sich auf Neues einzulassen, Neues mitzugestalten, ein schöpferisches Tun.
Dabei gibt es kein Richtig und Falsch, es ist eine bewertungsfreie Zone. Es darf hinterfragt werden, verändert, aus verschiedenen Perspektiven geschaut und vieles mehr.

Ein negatives Selbstbild kann z.B. durch positive Gegenbilder verändert werden. Durch das Malen von Bibelstellen, wie z.B. Jesus uns sieht, kann der Blick verändert werden, die eigene Haltung und der Glaube an die Wahrheit in diesen Aussagen sich bildlich verankern und Glauben hervorbringen.

Und da menschliches Denken in Bildern stattfindet, begegnet die Kunsttherapie genau dort dem Menschen mit der Anleitung zu neuen und heilsamen Bildern.
Bilder sind die Sprache des Herzens.
Die Bibel ist ebenfalls voller Bilder. Wir finden in ihr eine reichhaltige Symbol- und Bildsprache. Bilder erreichen unser Herz und unsere Seele viel mehr als nur Worte. Oftmals erreichen sie uns an unserem Verstand vorbei und bilden eine wichtige Brücke zu unserem verborgenen, eigentlichen Sein. Wenn Kunst für die Seele eingesetzt wird, dann wirkt sie entspannend, entschleunigend, schöpferisch, wertfrei, verarbeitend, ganzheitlich, Ressourcen orientiert, achtsam, wahrnehmend ... und tut einfach nur gut.

Ulrike Rubner, Lörrach