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Liebe in Aktion

Anfang 2014 nahm unsere Gemeinde, die Ev. Stadtmission Lörrach, an der Kampagne „Herzschlag – 42 Tage mit der Chrischona-Vision“ teil. Auch unser Hauskreis – bestehend aus vier Ehepaaren – beschäftigte sich daher in dieser Zeit mit den entsprechenden Bibeltexten und arbeitete das zu diesem Zweck erhaltene Heft durch.
In der fünften Woche lautete das Thema: „Bedient – gemeinsam statt einsam.“ Wir trafen uns am Donnerstag zum Hauskreis und wie immer hatte ich mir vorher nicht angeschaut, um was es diesmal gehen sollte. Als ich das Teilnehmerheft aufschlug, ärgerte ich mich zuerst einmal über die in meinen Ohren ziemlich anmaßend klingenden Anweisungen: „In den nächsten zwei Wochen werden wir einer Person, einem Paar, einer Familie oder einer ganzen Personengruppe, die nicht zu einer Gemeinde gehören, gemeinsam Gottes Liebe zeigen. Wenn es nicht innerhalb der zwei Wochen möglich ist, steht zumindest der verbindliche Plan für unser Vorhaben.“ Sonst noch was?? Außerdem war die Rede von „Tatort-Suche“, „Ideen entwickeln“ und dass „jeder von unserer Kleingruppe seinen Gaben entsprechend zum Zug kommt“.
Wie sollte das gehen? Es war der Donnerstag vor der Karwoche, jeder von uns hatte viel zu tun, wie sollten wir passende Personen finden, die zu keiner Gemeinde gehören, die jeder von uns kennt und wie sollte sich auch noch jeder dabei einbringen können? Noch dazu in der kurzen Zeit und ohne dass es künstlich rüberkommt. Am liebsten hätte ich gesagt, dass das eine Zumutung sei, und das Heft weggelegt.
Ich tat es nicht, denn andere hatten sich schon Gedanken gemacht: M. hatte mehrere Ideen, wem man zu Ostern etwas Gutes tun könnte. Sie alle liefen darauf hinaus, ehrenamtlich tätige Menschen, die sonst gern vergessen werden, zu Ostern zu beschenken. Nach längerem Hin und Her notierte ich mir schließlich: „Wir haben beschlossen, den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen vom Tafelladen etwas Gutes zu tun (ca. 20 Personen). M. ruft Frau K. an und kümmert sich um Blumensträuße für die Frauen. Ch. und R. backen Osterhasen. K. und U. besorgen merci-Schachteln für die Männer. Ich kümmere mich um Karten. H. fährt mit M. hin. Die Kosten teilen wir. Alle beten für diese Menschen. Nächsten Donnerstag besprechen wir die Zwischenstände.“ So hatten wir doch wider Erwarten tatsächlich eine Idee und es konnte sich auch wirklich jeder auf seine Art einbringen.
Dann ging alles ganz schnell: Am Freitagabend rief mich M. an und berichtete, dass sie Frau K. angerufen habe. Frau K. sei total begeistert gewesen und habe gemeint, das passe genau, da viele ihrer Mitarbeiter momentan sehr gefrustet seien, weil sie nie einen Dank, sondern eigentlich nur Beschwerden zu hören bekämen. Außerdem teilte mir M. noch mit, dass sie bereits am Mittwoch hinfahre, es 35 (!) Mitarbeiter seien und die Karten also bis Sonntag fertig sein müssten.
Am Sonntag beim Gemeindemittagessen schrieben wir die Karten, am Mittwoch überreichten M. und H. die Sachen, Frau K. ist auch gleich noch losgefahren, um die Geschenke an alle ihre Mitarbeiter zu verteilen.
Am Donnerstag gab es für uns keine „Zwischenstände“ zu besprechen, alles war bereits über die Bühne. Wer hätte das vorher gedacht? So konnte ein Hauskreisabend viel Freude vermitteln – bei uns und bei anderen.

Petra Keller, Lörrach