Fürbitte lebendig praktizieren

Diakonie – da gehen die Gedanken schnell zu praktischer Fürsorge. Doch es gibt auch die stille Diakonie der Fürbitte. Beides ergänzt einander, macht das Leben reich, weitet den Horizont und verkleinert eigene Probleme.

1. Fürbitte – gewollt
Fürbitte ist von Gott gewollt: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen … (1.Tim.2,1)

Fürbitte wird von Menschen geschätzt. „Ich bete für dich.“ Das wird meist dankbar angenommen und ist mehr als „ich denke an dich“. Um dieses Versprechen zu halten, hilft mir eine Gebetsordnung.


2. Fürbitte – gestaltet

Für mein Gebetsleben habe ich neben aller Spontanität eine Struktur gefunden: Ich bete zuerst bibelbezogen als Antwort auf das eben in der Bibel Gelesene, dann ichbezogen und danach umweltbezogen. Bei Letzterem ziehe ich Kreise von innen nach aussen: Familie, Verwandte und Freunde, Gemeinde, Wohnort, Land, Welt ... Meine Gebetskartei im A5-Format ist mir eine bewährte Hilfe. Sie enthält Karteikarten von Personen, Personengruppen, Gebetsinfos, Flyer.

Leitkarten, links oben beschriftet, geben die thematische Gebetsordnung vor, teils weiter unterteilt, z.B. bei Gemeinde: meine Gemeinde, Bezirk, Werk, andere Werke …

Nun nehme ich mir aber nicht die Zeit, alle Anliegen täglich zu beten. Weitere Aufgaben füllen den Tag. Deshalb habe ich die Gebetskartei mit einem Wochenrhythmus versehen: Andere Leitkarten sind rechts oben beschriftet mit: Täglich, Sonntag, Montag … Samstag. In die Rubrik „Täglich“ kommen die Karteikarten von meiner Familie, aktuellen Kranken, Lastträgern und Menschen in Entscheidungssituationen, dazu auch Gebetshefte, die in sich eine wöchentliche Aufteilung haben.

Natürlich geschieht auch Fürbitte im Tagesverlauf. Bin ich allein mit dem Auto unterwegs, bete ich oft für Bekannte, bei denen ich vorbeifahre. Nach unseren Mahlzeiten pflegen wir für Menschen zu beten, deren Namen wir im Gespräch nannten. Nachrichtensendungen motivieren zu einigen Gebetsminuten für die Welt.

3. Fürbitte – gefährdet
a) Gewöhnung:
- Erhörung wird kaum noch erwartet und die Gebetskartei nicht aktualisiert. Dagegen hilft, Gebet und Kontaktpflege zu verbinden, z.B. per Telefon. So bringt diakonische Fürbitte beiderseits Freude und Segen.
- Eintönig ist es, immer nur zu beten: „Herr, segne die, segne den ...“ Paulus‘ Fürbitte gleicht Akkorden, z.B. Eph.3,14-21; Kol.1.9-14. Vielfältig wird auch Gebet den Fingern entlang: Daumen: starke Gottesbeziehung. Zeigefinger: Jesus bezeugen. Mittelfinger: Gesundheit an Leib, Seele und Geist. Ringfinger: liebevolle Beziehungen. Kleiner Finger: Treue im Kleinen.

b) Mangel an Zeit:
Planen Sie im Tagesverlauf feste Gebetszeit/en, je nach Ihren Möglichkeiten. Schliessen Sie immer mit Danksagung (Phil.4,6).

Helmut Danneberg, Prediger i.R.