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Geöffnete Gebetsgrenzen

Wie Sie in jedem Mit & Für lesen können, betet die Schwesternschaft für eingesandte Gebetsanliegen. Wir wollten genau wissen, wie das in der Praxis aussieht, und haben Schw. Brigitte Kuppel interviewt. Lesen Sie selbst, welche Grenzen überwunden werden und welche Grenzen fallen.


Frage: Wie ist der organisatorische Ablauf des „Gebetsdienstes“ (von Eingang der Gebetsanliegen bis zum Beten)

Schw. Brigitte K.: Die Mehrzahl der Gebetsanliegen erhalten wir per E-Mail. Vereinzelt werden aber auch die speziellen Karten von den Mit & Für-Ausgaben verwendet, um die Anliegen mitzuteilen.
Jedes Dank- oder Bittgebet wird auf eine neutrale Karte geschrieben, vermerkt mit Eingangsdatum und Name, sofern dieser genannt ist. 
Bei den regelmässigen Treffen werden die Karten verteilt und für die Menschen, ihre Nöte, Bedürfnisse und Wünsche gebetet.

Frage: Sie haben sicherlich erlebt, wie Gebete erhört wurden. Haben Sie da eine Geschichte?

Schw. Brigitte K.: Bewegend ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sehr krank war. Er wurde aus dem Spital entlassen, zum Sterben, laut den Ärzten. Aber er durfte stattdessen langsam fortschreitende Heilung erleben.

Frage: Sie beten für Menschen, die sie nicht kennen. Wie empfinden Sie das?

Schw. Brigitte K.: Das entlastet. Gott kennt die Menschen. Er weiss um die Verhältnisse und Umstände, in denen sie leben; das genügt.


Frage: Beschäftigen Sie manche Gebetsanliegen auch noch im Nachhinein?

Schw. Brigitte K.: Ja, das kommt schon vor, doch in der Regel kann ich die Anliegen loslassen und ablegen.

Frage: Was fällt Ihnen bei dem Ausdruck „grenzüberschreitend beten“ ein?

Schw. Brigitte K.: Gott hat die Grenze zum Himmel, zu seinem Thron durch den Kreuzestod Jesu geöffnet. Deshalb können wir grenzüberschreitend beten und dürfen mitunter erleben, wie Grenzen fallen. Dabei denke ich an den Mauerfall 1989. Am 09. November 1987 fand in Deutschland ein grosser Gebetskongress statt, wo Busse getan und für den Fall der Mauer gebetet wurde. Zwei Jahre später, auf den Tag genau, fiel die Mauer.

Vielen Dank Schw. Brigitte. Die geöffnete Grenze zum Himmel – welch ein Geschenk!

Das Interview führte Lena Leuenberger, Assistentin der Geschäftsleitung