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Mit Freude sollt ihr ihm danken

Was der Apostel Petrus über seinen Kollegen Paulus schrieb, hätte von mir sein können: „Manche seiner Aussagen sind schwer zu verstehen...“ (2. Petrus 3,16) Dennoch hatte Paulus die Begabung, in seinen Briefen kurz und prägnant Aussagen zu machen, die richtig unter die Haut gehen und (mal ehrlich) gar nicht so schwierig zu verstehen sind. So ist es zum Beispiel mit der Aufforderung: „Freut euch im Herrn allezeit!“ (Philipper 4,4).

Nun, ich möchte hier nicht auf die vielfältigen Bedeutungen dieses Verses aus dem Philipperbrief eingehen, sondern möchte sie anwenden – und zwar in Zusammenhang mit dem Thema Gebet. „Alle-Zeit“,  die wir im Gebet verbringen, gehört auch zu dieser Aufforderung. Wie sieht das aber bei mir aus? Freue ich mich, wenn ich bete? Und Sie?

In der letzten Zeit habe ich mich etwas intensiver mit dem Kolosserbrief beschäftigt. Darin können wir unter anderem sehen, wie Paulus die Aufforderung, sich allezeit zu freuen, selber im Gebet praktiziert hat. Wie es seine Gewohnheit war, hat Paulus für den Briefempfänger ein Gebet niedergeschrieben:

Wenn wir für euch beten, danken wir Gott, dem Vater von Jesus Christus, unserem Herrn, immer wieder für euch, denn wir haben gehört, dass ihr auf Christus Jesus vertraut und alle liebt, die zu Gott gehören. Denn ihr glaubt an die Hoffnung, die der Himmel für euch bereithält, wie ihr sie durch das Wort der Botschaft Gottes gehört habt. (Kol. 1, 3-5; NLB)

Ganz schnell sind wir beim Thema dieser Ausgabe von Mit & Für. Paulus war dankbar für seine Geschwister in Kolossä. Und das „immer wieder“. Es war der Glaube, die Liebe und die Hoffnung der Kolosser, die Paulus dankbar machte. Er fährt auch weiter im Gebet und spricht seine Wünsche für seine Geschwister aus:

Deshalb hörten wir nicht auf, für euch zu beten, seit wir zuerst von euch erfahren haben. Wir bitten Gott, euch Einsicht für das zu schenken, was er in eurem Leben bewirken will, und euch mit Weisheit und Erkenntnis zu erfüllen. Dann werdet ihr mit eurem Leben den Herrn ehren und ihn erfreuen mit allem, was ihr tut. Auf diese Weise werdet ihr Gott immer besser kennen lernen. Zugleich beten wir darum, dass ihr die herrliche Kraft Gottes erfahrt, damit ihr genug Geduld und Ausdauer habt für die Anforderungen, die an euch gestellt werden. Mit Freude sollt ihr ihm danken... (Kol. 1, 9-12a; NLB)

Unsere Nächsten, unsere verlorene Welt und auch wir brauchen viele Gebete der Fürbitte. Aber Gebete der Dankbarkeit, in denen wir uns über das Wirken Gottes in seinen Kindern freuen, dürfen dabei nicht zu kurz kommen. In Dankbarkeit auch Menschen vor Gott zu bringen, denen es gut geht, ist ein Vorrecht, das unserem Vater im Himmel Ehre und Freude bringt. In diesem „Jahr der Dankbarkeit“ tut es uns allen gut, von der herzlichen Dankbarkeit und der Freude, die wir in den Gebeten von Paulus sehen, zu lernen.

Larry Leuenberger, Grafiker